Atari XE-Serie 

Atari 130 XE

Mit der Entwicklung der XE-Serie wurde unmittelbar nach der Übernahme Ataris durch die Tramiels im Sommer 1984 begonnen. Bereits im November wurde der 900 XLF angekündigt und im Januar 1985 konnten auf der Winter Consumer Electronics Show in Las Vegas neben dem Atari ST die Rechner 65 XE und 130 XE präsentiert werden. Des Weiteren wurden ein auf musikalische Anwendungen spezialisierter Computer (65 XEM, in der Entwicklungsphase 900 XLA) und ein portables Gerät (65 XEP) angekündigt, beide Projekte wurden jedoch zwei Monate später eingestellt. Der 65 XEP kam vor allem wegen seines altbackenen Designs und dem kleinen monochromen Röhrenbildschirm in die Kritik – das Konkurrenzprodukt Commodore SX-64 wartete da mit einem Farbbildschirm auf. Mit dem Verkauf des 65 XE wurde gewartet, bis die Lagerbestände des Vorgängers 800 XL aufgebraucht waren, was dank einer weit vorlaufenden Produktion erst im April 1986 der Fall war. Der 130 XE dagegen wurde bereits ein Jahr zuvor für knapp 150 Dollar in den Handel gebracht. Im Osten Europas musste man dem 65 XE auf Grund von Markenrechtsproblemen einen anderen Namen geben, dort wurde er unter der Bezeichnung 800 XE verkauft. Im November 1987 wurde als letzter Vertreter der Atari 8-Bitter das recht erfolglose XE Game System veröffentlicht. Technisch sind die XE-Computer bis auf den geschrumpften PBI und dem Speicherverwaltungs-Chip „FREDDIE“ identisch zum XL. Im Dezember 1987 wurde berichtet, dass der Atari XE sich besonders in Polen, der Tschechoslowakei und der DDR großer Beliebtheit erfreute. Für das Jahr 1989 wurden die Verkaufszahlen des 800 XE in Polen allein mit 70.000 angegeben, weltweit lagen die Verkäufe diesen Typs bei 250.000 Einheiten. Eingestellt wurde die ganze Serie Ende 1991, beim Ausstieg Ataris aus dem Computersektor im Januar 1994 wurde die in den Lagern übriggebliebenen Geräte abgeschrieben.

Vom XE gibt es mehrere leicht unterschiedliche Versionen:


Technische Daten

Prozessor MOS 6502C
Taktfrequenz 1,79 MHz (NTSC)
1,77 MHz (PAL)
Arbeitsspeicher 64 kB
128 kB beim 130 XE
Festspeicher (ROM) 24 kB
32 kB beim 65 XEM
Grafikchips Atari Alpha-Numeric Television Interface Controller (ANTIC)
Atari Graphics Television Interface Adapter (GTIA)
Auflösungen 80 × 192
160 × 192
320 × 192
Farbpalette 256
Soundchip Atari Potentiometer and Keyboard Integrated Circuit (POKEY)
65 XEM: Atari AMY I
900 XLA: Atari AMY I + POKEY (in KERI)
Soundkanäle 4 PSG
8-stimmig, 10 Bit DAC beim 65 XEM
Tastatur Schreibmaschine
57 Tasten + 5 Funktionstasten
Entwicklungsbeginn Sommer 1984
Vorstellung/Ankündigung Januar 1985
XEGS: Januar 1987
Im Handel April 1985 (130 XE)
April 1986 (65 XE)
November 1987 (XEGS)
Eingestellt Dezember 1991

Bilder
Atari 65 XE

Hier als 800 XE
Atari 130 XE Atari XE Game System

Mit Tastatur
Atari 65 XEP
Atari 65 XEM

Bild © Atari Historical Society
Atari 65 XE

Mainboard 900 XLF
Bild © Atari Historical Society
Atari 65 XE, 800 XE, 130 XE

Anschlüsse der PAL-Modelle
Atari XE Game System

Anschüsse des PAL-Modells
Atari 130 XE

Mainboard
Atari 800 XE

Mainboard C070067 Rev. B
Atari XE Game System

Mainboard
Atari CX 40
Joystick


Neuauflage des vom Anfang der 1980er beliebten Atari-Joysticks - ein Feuerknopf und 8 Richtungen
Atari XC 11
Datenrekorder


600 B/s, 4 Spuren, 1 Datenkanal und 1 Audiokanal. Der Rekorder hat ein fest eingebautes SIO-Kabel und eine weitere SIO-Schnittstelle.
Atari XC 12
Datenrekorder


600 B/s, 4 Spuren, 1 Datenkanal und 1 Audiokanal. Der Rekorder hat ein fest eingebautes SIO-Kabel und ist SIO-Endglied.
Atari XC 1411
Farbmonitor


14-Zoll-Farbmonitor für Heimcomputer mit 5-poligem Monitoranschluss. Wurde im Januar 1985 zwar vorgestellt, aber schaffte es nicht in den Handel.
Atari XDM 121
Typenraddrucker


80 Zeichen pro Zeile, Anschluss über SIO. Der Drucker war ab Juli 1987 im Handel erhältlich

Bild © Matthias Wittland
Atari XEP 80
80-Zeichen-Erweiterung


Ermöglicht es den Atari-Heimcomputern, 80 statt 40 Zeichen pro Zeile auf dem Bildschirm auszugeben, außerdem gibt es die Möglichkeit, einen Drucker mit Parallelschnittstelle zu benutzen. Anschluss über Controllerport und Antenneneingang.
Atari XF 351
Diskettenlaufwerk


Einseitiges 3½-Zoll-Laufwerk mit einer Speicherkapazität von 360 kB, der Anschluss sollte über SIO erfolgen. Angekündigt im März 1986, erschien nicht auf dem Markt.
Atari XF 521
Diskettenlaufwerk


Einseitiges 5¼-Zoll-Laufwerk mit einer Speicherkapazität von 180 kB, Anschluss über SIO. Vorgestellt auf der Winter CES 1985, erlangte nicht die Marktreife.

Bild © Happy Computer
Atari XF 551
Diskettenlaufwerk


Doppelseitiges 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerk mit einer Speicherkapazität von 90, 130, 180 oder 360 kB, abhängig vom gewählten Modus.

Sektoren:
Modi 1 bis 3: 40, Modus 4: 80

Sektorendichte:
18 Sektoren/Spur in den Modi 1, 3 und 4 sowie 26 Sektoren/Spur im Modus 2.

Bytes/Sektor:
128 (Modi 1 und 2) bzw. 256 (Modi 3 und 4).

Der Motor dreht mit 300 U/min etwas schneller als die der Vorgängerlaufwerke, was zeitweise zu Kompatibilitätsproblemen führt. Ausgeliefert wurde das Laufwerk ab April 1988 mit DOS 2.5, ab 1989 mit DOS XE. Es wurde mit dem Ende der XE-Serie im Dezember 1991 eingestellt.

Einige Hinweise:
Geräte, bei denen ein Laufwerk der Marke Chinon verwendet wurde, können weder lesen noch schreiben oder formatieren, wenn die Diskette kein zweites Timing-Loch besitzt. Geräte mit Mitsumi-Laufwerk können bei fehlendem zweiten Timing-Loch nicht formatieren, aber lesen und schreiben.

DIP-Schalterstellungen:
L unten, R unten: Drive 1
L unten, R oben: Drive 2
L oben, R unten: Drive 3
L oben, R oben: Drive 4
Atari XG-1
Light Gun


Identisch mit der G-1 Light Gun von 1983, wurde ab 1987 dem XE Game System beigelegt und auch einzeln zum Verkauf angeboten. Anschluss über den Controllerport.
Atari XM 301
Modem


Übertragungsrate 300 Bd/s, SIO-Endglied. Vorgestellt im Januar 1985, im Handel ab Oktober 1985. Im September 1987 wurde es vom Markt genommen. Anschluss über den SIO-Port.
Atari XMM 801
Nadeldrucker


Der 80-Zeichen-Drucker wurde von Shinwa gebaut, entsprechendes Basismodell war der Shinwa CP 80. Vorgestellt im Januar 1985, im Handel ab Herbst 1985, eingestellt 1988. Der Anschluss erfolgt über die SIO-Schnittstelle.

Bild © Matthias Wittland
Leider kein Bild vorhanden
Atari XTC 201
Farb-Thermodrucker


Angekündigt 1986, Anschluss über SIO. Wurde vor Veröffentlichung eingestellt.

Bild © Atari Historical Society
Atari XTM 201
Thermodrucker


Wie XTC 201, jedoch ohne Farbdruckmöglichkeit.

Bild © Atari Historical Society
Atari XM 128
Monitor


12-Zoll-Monitor mit grüner Anzeige zum Anschluss an den Monitorport, vorgestellt im Januar 1985. Erlangte nicht die Marktreife.
Atari SX 212
Modem


Übertragungsrate 1200 Bd/s, Anschluss über die SIO-Schnittstelle. Verfügt außerdem über eine serielle Schnittstelle. Ab 1987 auf dem Markt, 1989 vom Markt genommen.

Letzte Bearbeitung: 26. Oktober 2015