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Atari 7800 ProSystem
Herbst 1983: Ataris Dominanz am Videospielmarkt ist zusammengebrochen, die mittlerweile sechs Jahre alte Konsole 2600 verkauft sich auf Grund der Konkurrenz durch die Heimcomputer nicht mehr gut genug und das 5200 SuperSystem läuft noch schlechter. Auch die Computerlinie bringt nicht den erwünschten Geldsegen. Also sucht man nach einem Ausweg: Es muss eine neue Konsole her, mit der Grafikfähigkeit des 5200 und Kompatibilität zum 2600. Entwickelt wurde die Konsole 3600 (Codename „Maria“) - 1984 wurde daraus 7800 (2600+5200). Atari steckt alle Kraft in diese neue Konsole und setzt es im November 1983 auf höchste Priorität, noch vor dem Profi-XL-Projekt. Das Herzstück - der Grafikchip GCC-1701 „Maria“ - wurde von den GCC-Mitarbeitern Art Ng und Steve Golson entwickelt. Im Gegensatz zum 5200 ist diese Konsole fast vollständig 2600-kompatibel, die meisten alten Spielmodule lassen sich weiterverwenden. Auch die riesige Größe des 5200 und seine komplizierten Gamecontroller verschwanden - stattdessen ein kleines, unauffälliges Gehäuse mit neuen Controllern (CX 24, später die CX 78 Joypads). In den PAL-Versionen des ProSystems ist eine Asteroids-Version eingebaut - für die NTSC-Version war „Missile Command“ geplant. Auffälligster Unterschied zwischen den beiden Versionen: Auf der PAL-Version ist ein dicker Regenbogen, auf den NTSC-Geräten ist dieser nur sehr dezent und zudem steht bei den NTSC-Versionen „ProSystem“ mit auf dem Label. Am 21. Mai 1984, noch bevor Warner Atari zum Verkauf freigab, erfolgte ein Test-Release. Diese Ur-Konsole ist noch mit einem Erweiterungsbus ausgestattet, an dem u. a. ein Laserdisc-Player angeschlossen werden kann. Es gibt auch einen Tastatur-Prototypen, um aus der Konsole einen vollständigen Heimcomputer zu machen. Dies wurde jedoch gestoppt, da man befürchtete, er könnte dem am Markt ohnehin schon angeschlagenen XL zusätzliche Konkurrenz machen. Warner Communications gab am 2. Juli 1984 Atari zum Verkauf frei und Tramel Technologies unter Jack Tramiel kaufte die Firma. Das letzte, was Tramiel zu der Zeit gemacht hätte, war Videospiele zu verkaufen, und so wurde die Konsole auf Eis gelegt. Erst im Juni 1986, zwei Jahre nach der eigentlichen Serienreife, kam dann das 7800 ProSystem auf den Markt. Der große Renner wurde es allerdings nicht mehr - eher das Gegenteil. 1985 erschien bereits der Nintendo Famicom als „Nintendo Entertainment System“ und wurde ein Riesenerfolg. Das 7800 erschien erst ein Jahr später und hatte so das Nachsehen. Die Produktion des 7800-Systems endete im Dezember 1991.


Bilder
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Atari 7800
CX 7800, 1986-91


PAL-Version 1986-91
Atari 7800
CX 7800, 1984/1986-91


NTSC-Version 1984-91
Atari 7800
CX 7800, 1984


Semitransparenter Prototyp
Atari 3600
CX 3600, 1983


Prototyp der Hauptplatine

Bild © Atari Historical Society
Atari 7800
CX 7800, 1984


Erweiterungsbus an der ersten Serie
Atari 7800
CX 7800, 1986-91


ST-Monitoranschluss am französischen PERITEL-Modell
Atari 7800
CX 7800, 1984


Mainboard der ersten Serie, Juni 1984
Atari 7800
CX 7800, 1986-91


Mainboard C300633-001 Rev. C, Oktober 1990
Atari CX 24
ProLine Joystick, 1983-88
Atari CX 78
1988-91
Atari 7800 Keyboard
1986


Bild © Atari Historical Society

Technische Daten

Prozessor MOS 6502
Taktfrequenz 1,77 MHz (NTSC)
1,79 MHz (PAL)
Arbeitsspeicher 4 kB
Modulgröße max. 128 kB
Grafikchip GCC-1701 „Maria“
Auflösungen 320 × 200 (7800-Modus)
160 × 200 (2600-Modus)
Farbpalette 256 (16 gleichzeitig)
Sprites unbekannt
Soundchip Atari TIA
Soundkanäle 2 PSG
Verkaufte Einheiten ca. 2 Millionen
Spiele 85 (Stand: August 2011)
Start 1. Generation: 2. Mai 1984
2. Generation: Juni 1986
Stopp 1. Generation: Juli 1984
2. Generation: 24. Dezember 1991
Einordnung 3. Konsolengeneration (1983-1992)