


Der 520 ST war der erste auf den Markt gebrachte Atari-16-Bit-Computer. Entwickelt in nur sechs Monaten vom Vater des Commodore C64 (Shiraz Shivji; das Design stammt von Ira Valenski), im Januar 1985 erstmals vorgestellt, Spitzname „JackIntosh“ weil er deutlich billiger war als ein Apple Macintosh und über fast dieselben Bedienelemente verfügte. Bei der ersten 520-ST-Generation muss das Betriebssystem TOS noch über Diskette nachgeladen werden. Erst als die gröbsten Kinderkrankheiten beseitigt wurden, packte man das Betriebssystem im November 1985 auf ROM-Bausteine und integrierte es fest in die STs. Aufgrund seiner standardmäßig eingebauten MIDI-Schnittstelle fand der Atari ST sehr schnell den Weg in die Tonstudios. Von der Fachpresse wurde der Computer seinerzeit hoch gelobt und innerhalb von drei Jahren verkaufte sich der ST rund eine halbe Million mal, davon mehr als ein Drittel in Westdeutschland. Größtes Manko der Computer ist aber die schlechte Tastatur, sie schreibt sich sehr schwammig und mit ungenauen Anschlagpunkten. Drittanbieter boten verbesserte Ersatztastaturen oder Tastenkappen an. Passend zur Bezeichnung sollte der 260 ST mit 256 kB RAM als günstigere Version des 520 ST auf den Markt kommen. Aufgrund fallender Speicherpreise entschied man sich allerdings bei Atari, 512 kB reinzupacken (damit wurde er identisch mit dem 520 ST) und den Computer 520 STM von da ab als 520 ST zu verkaufen. Lediglich die Programmiersprache ST-BASIC (später Omikron BASIC) und einige Tools (wie z. B. das Kontrollfeld) liegen auf Diskette (der sog. LanguageDisk) bei. Im Paket enthalten war immer ein Diskettenlaufwerk. Die Typen 520 STF und 520 STFM sind hauptsächlich in den USA und in Großbritannien zu finden. Grund hierfür war der ausgewachsene Computerspielemarkt in diesen beiden Ländern. Deutschland war im Computerbereich zu der Zeit sogenanntes Anwenderland, hier wurde mehr Wert auf großen Arbeitsspeicher gelegt, um auch komplexere Anwendungen stabil laufen zu lassen. Daher sind in Deutschland hauptsächlich die Rechner der 1040ST-Serie zu finden. Diese „kleinen“ ST-Computer wurden mit der Veröffentlichung des 1040 STE 1989 eingestellt.
Nachfolgend Bilder des ersten
handverdrahteten ST-Prototypen, die mir mit freundlicher Genehmigung
von Bob Lash (Link)
zur Verfügung gestellt wurden. Die Boards sind im Besitz von
Leonard Tramiel.

| 260 ST | 520 ST | 520 ST+ | 520 STF | 520 STFM | 520
STM später: 520 ST | |
| Prozessor | Motorola MC 68000 | |||||
| Taktfrequenz | 8 MHz | |||||
| Arbeitsspeicher | 512 KB | 1 MB | 512 KB | |||
| Festspeicher | 192 KB | 16 KB | 192 KB | |||
| Grafikchip | Atari Shifter | |||||
| Auflösungen (Farben) | 320
× 200
(16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt 640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt 640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt | |||||
| Farbpalette | 512 | |||||
| Soundchip | Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 | |||||
| Soundkanäle | 3 PSG + 1 Rauschgenerator | |||||
| Interne Laufwerke | nicht vorhanden | Diskette 3½", DD-doppelseitig, 709 KB | nicht vorhanden | |||
| Tastatur | Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten | |||||
| RF-Modulator | nicht vorhanden | vorhanden | ||||
| Start | Ankündigung
5.1.1985 Vorstellung Juni 1985 |
Vorstellung
5.1.1985 Test-Release Juni 1985 Auslieferung September 1985 | September 1985 | Vorstellung 9.1.1986 März 1986 | September 1985
ab 1986 als
520 ST |
|
| Stopp | 1987 | 1986 | 1989 | |||


Mainboard-Übersicht
260 ST (PCB-Nr. C070243 Rev.C)
Mainboard-Übersicht
520 ST (PCB-Nr. C070243 Rev.I)
Mainboard-Übersicht
520 STM (PCB-Nr. C070243 Rev.I)
Mainboard-Übersicht
520 ST+ (PCB-Nr. C070243
Rev.C)
16-
und 32-Bit-Computer Serienmodelle
260 ST / 520 ST (1985-1989)
- 1040 ST (1986-1993)
- 2080 ST (YU,
1986-1989) - Mega ST
(1987-1991) - ATW
800 (1988-1991) - 520 / 1040 STE (1989-1993)
- Stacy (1989-1992)
- TT 030 (1990-1993)
- Mega STE (1990-1993)
- ST Book (1990-1992)
- Falcon 030 (1992-1993)