Atari ST & Stacy – Modelle 1985 bis 1989 

 


Inhaltsverzeichnis
   → Geschichte
   → Aufbau
   → 130 ST, 260 ST und 520 ST
   → Alles unter einem Dach: 520+1040 STF und 520+1040 STFM
   → Mega ST: Der Profi
   → Stacy: Der ST wird mobil
   → Peripheriegeräte

Geschichte
Als sich Commodore-Gründer Jack Tramiel und Mitinhaber Irving Gould Anfang 1984 über den weiteren Kurs der Firma zerstritten — Tramiel wollte einen neuen 16-Bit-Computer auf den Markt bringen und Gould unbedingt am erfolgreichen Commodore 64-Konzept festhalten —, verließ Tramiel die Firma im Januar und warb im Lauf der kommenden Wochen und Monate immer mehr Ingenieure und andere Mitarbeiter von Commodore ab, darunter auch den C64-Entwickler Shiraz Shivji. Die Entwicklung des ST begann im Mai 1984 auf dem Küchentisch in Shivjis Haus in Pennsylvania und basiert auf einem Entwurf eines tragbaren Rechners auf Basis des 68000 mit FORTH vom Atari-Inc.-Angestellten John Tittsler. Tramel Technologies Ltd., so der Name der neuen Firma Tramiels, wollte einen neuen 16-Bit-Computer entwickeln, der zu einem unschlagbaren Preis in den Massenmarkt kommen sollte – der Codename dieses neuen Systems war daher zu Anfang auch „Rock Bottom Price“. Als dann TTL Ende Juni die angeschlagene Consumersparte Ataris von deren Mutterfirma Warner Communications aufkaufte und mit dieser am 11. Juli zur Atari Corporation fusionierte, war die Entwicklung des Computers bereits weit vorangeschritten. Von Tittslers Entwurf wurde unter anderem die Tastatur verwendet. Weitere Teile wurden mittels CAD an einem Cray Supercomputer mit Mentor Grafikkarte entwickelt, darüberhinaus kamen mehrere von Atari übernommene VAX 11/780-Rechner zum Einsatz, ebenso eine DAISY Workstation und eine IKOS, auf der die Hardwaresimulationen durchgespielt wurden (auf der IKOS dauerte eine Simulation 15 Minuten, eine vergleichbare Simulation auf einer VAX hätte satte 19 Stunden in Anspruch genommen). Anfangs stand noch nicht fest, ob man auf dem bereits 1979 erschienenen Motorola 68000-Prozessor oder auf dem National Semiconductor 32016 von 1980 aufbauen sollte, da letzterer aber starke Lieferschwierigkeiten hatte, erledigte sich diese Frage bald darauf von selbst. Auch die Frage nach dem Betriebssystem und der grafischen Benutzeroberfläche war anfangs noch alles andere als geklärt. Neben dem Graphics Environment Manager (GEM) der Firma Digital Research wurde auch die erste Version von Microsoft Windows in Betracht gezogen. Nachdem die Atari-Entwickler allerdings feststellten, dass das System noch mehr als unausgereift war, fiel die Wahl schließlich auf GEM. Schon im September 1984 wurden die Rechner der nun Atari ST (für Sixteen/Thirtytwo, nach dem externen (16-Bit) und internen (32-Bit) Datenbus) getauften Serie in groben Zügen angekündigt, eine offizielle Ankündigung folgte auf einer Pressekonferenz am 13. November 1984. Zu dieser Zeit scheiterten gleich drei Firmen an der Entwicklung des Direct Memory Access-Chips (DMA) – ein Entwurf als Gate Array fiel gleich von vornherein durch, eine Firma gab schon vor dem Abgabetermin auf. Schließlich wurde der DMA von Atari innerhalb von nur 14 Tagen vom 28-jährigen Chefentwickler John Hoenig selbst fertiggestellt. Im Januar 1985 wurde der noch nicht ganz fertige ST auf der Winter Consumer Electronics Show in Las Vegas der Öffentlichkeit vorgestellt. Das damals hochmoderne Design der gesamten Serie stammt aus der Feder von Industriedesigner Ira Valenski. Abgelöst wurden die Rechner mit Ausnahme von 1040 STFM und Stacy ab 1989 (der Mega ST ab 1991) durch die Computer der STE-Serie. Die gesamte Serie verkaufte sich bis zu ihrem Ende im Dezember 1993 rund sechs Millionen mal und damit beinahe eine Million mal öfter als der Erzrivale Amiga aus dem Hause Commodore.

Der ST kam seinerzeit in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz. Wurde er in den USA eher als Heimcomputer eines Videospiele-Herstellers belächelt, erkannte man in Europa schon bald die Fähigkeiten des Computers. Die Rubrik ST-Report der deutschen Zeitschrift ST-Computer berichtete immer wieder von verschiedenen Einsatzgebieten. So verrichtete ein aufgerüsteter 260 ST seinen Dienst als Lagedienstwerkzeug im Polizeipräsidium Wiesbaden, ein 1040 ST steuerte das Spiegelteleskop der Allgäuer Volkssternwarte in Ottobeuren, in Berlin übernahmen mehrere STs Kasse und Lagerverwaltung in einem Fahrradhandel, im Hodentumorzentrum des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg-Wandsbek diente ein 1040 ST als Terminal eines DEC PDP11/83-Großrechners, auf dem das Tumorregister abgespeichert war – dies nur mal als Beispiele. In zahlreichen Tonstudios quer durch alle Genres hielt der ST Einzug, so arbeiteten Fleetwood Mac, die Zillertaler Schürzenjäger, Queen, die Formation U96, Depeche Mode, Jean Michel Jarre, BAP mit dem ST, die Digital Hardcore Band Atari Teenage Riot tut es sogar bewusst bis heute, da nach Aussage der Band die Musik nicht vom Fortschritt in der Computertechnologie abhängig ist. Auch in vielen Grafikstudios und Verlagen wurden ST-Rechner eingesetzt.

Die Marketingstrategie Ataris unterschied sich in dieser Zeit massiv von der ab 1989 verfolgten Strategie, Geräte erst anzukündigen bzw. vorzustellen, wenn sie so gut wie produktionsreif sind. Mitte bis Ende der 1980er Jahre stellte Atari etliche Produkte vor oder kündigte diese an, obwohl viele noch nicht zur Serienreife fertig entwickelt wurden. So wurde bereits 1984 ein 32-Bit-Computer für das folgende Frühjahr angekündigt, Mitte 1985 ein CD-ROM-Laufwerk und diverse andere Massenspeicher. Immer wieder war auch von einem Hardware-MS-DOS-Emulator die Rede, der im Endeffekt niemals erschien, genauso wie eine angekündigte Box mit Erweiterungsslots für den Mega ST. Wenn auch viel wieder in der Versenkung verschwand oder teilweise stark geändert auf den Markt kam, so zeigte es doch, was die Entwickler mit dem ST für möglich hielten, viele Dritthersteller profitierten schließlich von den so aufgezeigten Möglichkeiten. Softwareseitig wurde auch über eine UNIX-Version nachgedacht, auch Multitasking mittels OS/9 sollte möglich sein, so Alfred Scherff, der damalige Manager Systemsoftware von Atari Deutschland. Auch die Gerüchteküche brodelte immer wieder, so verunsicherte das Gerücht, dass TOS eingestellt würde und stattdessen Microsoft Windows 2 zum Einsatz käme, den ein oder anderen Anwender. Festplatten wurden immer wieder hinausgezögert, da man Mitte der Achtziger noch der Meinung war, dass diese Technik schon bald von optischen Laufwerken und Disketten mit sehr hoher Speicherkapazität verdrängt würden. Schließlich begann man im Mai 1986 dann doch mit der Produktion von externen 20-MB-Platten.

Ab 1986 war die Nachfrage nach dem ST so groß, dass im ATMC-Stammwerk in Taiwan eine dritte Schicht eingeführt werden musste, was aber trotzdem nicht reichte. Auch bei Zulieferern wie GoldStar, die u.a. die SM124-Monitore für Atari produzierten, kam es immer wieder zu Engpässen. Wirkliche Konkurrenz hatte der ST am Anfang in seiner Zielgruppe nicht: Apples Macintosh lag preislich Welten entfernt vom ST, der Amiga wurde von Atari von vornherein nicht als Konkurrenz eingestuft, da dieser eine andere Zielgruppe bedienen würde (ein Entwurf eines 68000-Computers auf Basis der Amiga-Lorraine-Chips wurde von Shiraz Shivji als veraltet abgelehnt). Preislich können allenfalls die technisch wesentlich schwächeren 8-Bit-Systeme mithalten. Zu dieser Zeit stellte sich die Marktsituation im Computerbereich wie folgt dar: 70% des Marktes werden von IBM und IBM-Kompatiblen Rechnern beherrscht, eine AT-Welle ist gerade am Anrollen. Im Sektor der übrigen 30% schaffte es Atari in kürzester Zeit, sich zum Marktführer zu entwickeln. Mit dem Erscheinen verbesserter Amiga-Modelle, günstigerer Macs und der Oberfläche Windows 3.0 verlor Atari jedoch Anfang der 1990er langsam den Anschluss an laufende Entwicklungen und musste mit rückläufigen Absatzzahlen kämpfen. Ab 1989 folgte die schrittweise Ablösung der ST-Computer durch STE, TT030 und Falcon030.

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Aufbau
Prozessor
Die Hauptarbeit im ST verrichtet der weithin bekannte CISC-Prozessor Motorola 68000 (CISC steht für Complex Instruction Set Computer, zu deutsch etwa Rechner mit komplexem Befehlssatz), der bereits seit 1979 auf dem Markt ist. Er operiert intern mit einem 32-Bit-Register sowie einem 32-Bit adressierten linearen Adressraum (davon sind 24 Bit extern verfügbar), acht 32-Bit-Datenregistern, neun 32-Bit-Adressregistern, einem 15-Bit-Statusregister und besitzt einen 16-Bit-Datenbus. Im ST wird der 68000 mit 8 MHz getaktet und kann so eine Million Recheninstruktionen pro Sekunde abarbeiten (1 MIPS). Der 68000 kommt auch in den Konkurrenzprodukten Apple Macintosh, Sinclair QL und Commodore Amiga zum Einsatz.


Multifunktionscontroller
Der 68901 von Motorola fängt im ST die Interrupt-Signale auf und ist mitverantwortlich für die serielle Schnittstelle.


Soundchip
Hier kommt meist der Yamaha YM-2149F zum Einsatz, seltener ein AY-3-8910 von General Instrument. Neben der Tonerzeugung ist er noch für die Parallelschnittstelle sowie die Signale RTS und DTR der seriellen Schnittstelle zuständig und verwaltet mittels Drive Select und Side Select, welches Diskettenlaufwerk und welche Diskettenseite angesprochen wird.


ACIA
Der erste der beiden ACIA-Chips (Asynchron Communication Interface Adapter) regelt die Datenübertragung zur MIDI-Schnittstelle.


Tastaturprozessor
Der Hitachi 6301 überwacht Tastatur, Maus und Joystick. Er ist in jedem Modell in der Tastatur integriert, also getrennt von der Zentraleinheit – im Mega ST sitzt er somit noch nicht mal im selben Gehäuse.


DMA
Einer der Spezialchips des ST ist der DMA (Direct Memory Access), welcher innerhalb von nur vierzehn Tagen von John Hoenig entwickelt wurde. Er steuert die Massenspeicher an und hängt mit 16 Leitungen direkt am Datenbus.


Floppycontroller
Der WD1772 von Western Digital kommt hier zum Einsatz, er wandelt die 8 Bit breiten Daten des ST in serielle Daten für die Diskettenlaufwerke um und vice versa. Zudem liefert er alle Steuersignale für die Diskettenlaufwerke.


Grafikchip
Der von Atari entwickelte SHIFTER verrichtet hier seinen Dienst, er ist hauptsächlich für den Bildaufbau verantwortlich. Dabei holt er sich die Bilddaten aus dem für die Bilderzeugung reservierten Teil des Arbeitsspeichers (32 kB) und gibt sie auf dem Monitor aus. Im Mega ST und späteren ST-Modellen wird ihm noch ein Bitblock-Transfer-Chip (Blitter) zur Seite gestellt, durch den sich der Bildaufbau wesentlich beschleunigt.


Speicherverwaltung
Die Memory Management Unit (MMU) übernimmt das Multiplexen der Adressen des Arbeitsspeichers, die Selektion des Bildschirmspeichers für den Grafikchip sowie die Selektion eines Arbeitsspeicherbereichs für die DMA.


GLUE
Dieser Chip hat seinen Namen (zu deutsch Kleber oder Leim) nicht umsonst, denn er hält so ziemlich das ganze System zusammen. Er erzeugt beinahe alle Chip-Select-Signale von Arbeitsspeicher, Festspeicher und der Peripheriechips, die Taktfrequenzen mittels Teilerketten für die ACIAs und den Soundchip, die Synchronisations- und Austastsignale für den Monitor sowie die Signale für die Interruptsteuerung und den DMA-Betrieb.



Nachfolgend Bilder des ersten handverdrahteten ST-Prototypen, die mir mit freundlicher Genehmigung von Bob Lash zur Verfügung gestellt wurden. Die Boards sind im Besitz von Leonard Tramiel. Die Bilder können zum Vergrößern angeklickt werden.



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130 ST, 260 ST und 520 ST: Die erste ST-Generation
Der 520 ST war der erste auf den Markt gebrachte Atari-16-Bit-Computer. Entwickelt in nur sechs Monaten, wurde er auf der Winter CES in Las Vegas im Januar 1985 erstmals vorgestellt. Die ursprüngliche Modellplanung sah drei Modelle vor: den 520 ST als Topmodell, den 130 ST als Einstiegsmodell mit nur 128 kB RAM und den 260 ST als mittleres Modell mit 256 kB RAM. Letzterer wurde im April 1986 vorläufig auf Eis gelegt, der 130 ST komplett gestrichen, da man mit dieser Arbeitsspeicher-Ausstattung und RAM-TOS nicht arbeiten konnte. Der 520ST kam – leicht modifiziert, der im Prototyp noch vorhandene HF-Modulator wurde gestrichen – im Juni 1985 in Westdeutschland und einen Monat später auch in den USA in den Handel, wobei größere Stückzahlen erst ab September lieferbar waren. Bei der ersten ST-Generation bis April 1986 muss das Betriebssystem TOS noch von Diskette nachgeladen werden. Das brachte Probleme mit einigen Programmen mit sich, die den Arbeitsspeicher voll nutzen wollten – hier lag nun das Betriebssystem mit nahezu 200 kB drin. Erst als die gröbsten Kinderkrankheiten beseitigt wurden, das System auf eine Größe von 192 kB (damit passend auf 6 256 kBit-ROMs) zusammengedampft wurde und GEM-Entwickler Digital Research sich mit Mitbewerber Apple, der DR wegen der sehr hohen Ähnlichkeit des GEM zum Mac OS verklagte, über kleinere Änderungen am GEM einigte (die aber im ST nicht umgesetzt wurden), packte man das Betriebssystem auf ROM-Bausteine und integrierte es fest in die Rechner. Von der Fachpresse wurde der scherzhaft „Jackintosh“ getaufte Computer seinerzeit hoch gelobt und innerhalb von drei Jahren verkaufte sich der ST rund eine halbe Million mal, davon mehr als ein Drittel in Westdeutschland. Dass der Tastaturcomputer ohne internes Laufwerk und Netzteil ausgeliefert wurde, sondern beides extern anzuschließen war, hatte einen recht pragmatischen Grund: In den USA ist es sehr viel einfacher und zeitsparender, Einzelgeräte zuzulassen als eine hochintegrierte Maschine. Die Zeitersparnis betrug hier laut Atari satte sechs Monate, so dass der ST schon Anfang 1985 präsentiert werden konnte. Ein Modell mit integrierter Floppy und Netzteil war von Anfang an vorgesehen (s. nächsten Abschnitt). Im Dezember 1985 erscheinen die beiden Modelle 260 ST und 520 ST+, die beide den Ur-ST ablösen sollen. Beim 260 ST wurde die Anschlussbelegung des Monitorports leicht geändert: Pin 8 liegt nicht mehr auf Masse, sondern wird über einen 1,2 kΩ-Widerstand mit +12V versorgt, so dass es auch möglich ist, einen Fernseher mit SCART-Eingang zu benutzen. Pin 2 wurde zudem bei 260 ST und 520 ST+ mit dem Composite Sync-Signal belegt. Der 520 ST+ wird zum gleichen Preis wie zuvor der mit nur halb soviel Arbeitsspeicher ausgerüstete 520 ST angeboten, was unter manchen Usern zu Unmut führte – zu dieser Zeit fielen die Speicherpreise allerdings massiv. Der Preissturz macht sich auch beim 260 ST bemerkbar, dieser sollte analog seiner Modellbezeichnung erst mit 256 kB RAM ausgeliefert werden. Der Ur-ST wird im April 1986 vom Markt genommen, etwa zur gleichen Zeit wird begonnen, das TOS fest in den 520 ST+ zu integrieren. Der 260 ST wird aus Kostengründen weiterhin ohne ROM-TOS angeboten, es kann jedoch für 98 DM nachgekauft werden. Ab Juli 1986 wird mit dem 520 STM (auf dessen Typenschild aber nur 520 ST steht) auch ein Modell mit HF-Modulator zum Anschluss eines einfachen Fernsehers mittels Antennenkabel ausgeliefert, nachdem ein solches Modell noch im August 1985 von Seiten Ataris als „nicht geplant“ angegeben wurde. Der 260 ST wird im Januar 1987 eingestellt, im Lauf des Jahres 1988 der 520 ST+. Der 520 STM als letzter Vertreter der „kleinen“ ST-Computer wird mit Vorstellung der STE-Serie im August 1989 eingestellt.

Ab Werk verwendete Betriebssystem-Versionen
TOS 1.00 (Disketten-TOS, 20.06.1985) – das sogenannte „Mushroom-TOS“, nur sehr frühe 520 ST-Modelle
TOS 1.00 (Disketten-TOS, 20.11.1985) – einige 520 ST-Modelle, 260 ST und frühe 520 ST+-Modelle
TOS 1.00 (ROM-Datum 06.02.1986)
TOS 1.02 (ROM-Datum 22.04.1987)

Modellübersicht
130 ST 520 ST 260 ST 520 ST+ 520 STM
Prozessor Motorola 68000 Motorola 68000 Motorola 68000 Motorola 68000 Motorola 68000
Taktfrequenz 8 MHz 8 MHz 8 MHz 8 MHz 8 MHz
Arbeitsspeicher (RAM) 128 kB 512 kB 512 kB 1 MB 512 kB
Festspeicher (ROM) 16 kB 16 kB 16 kB 16 kB (bis 4/86)
192 kB (ab 4/86)
192 kB
Betriebssystem TOS 1.00 (RAM) TOS 1.00 (RAM) TOS 1.00 (RAM) TOS 1.00
TOS 1.02 (ab 1987)
TOS 1.00
TOS 1.02 (ab 1987)
Grafikchip Atari Shifter Atari Shifter Atari Shifter Atari Shifter Atari Shifter
Auflösungen (Farben) 320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
Farbpalette 512 512 512 512 512
Soundchip Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910
Soundkanäle 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator
Interne Laufwerke
Tastatur Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten
Ankündigung September 1984 September 1984 5. Januar 1985 Juni 1985
Vorstellung 5. Januar 1985 5. Januar 1985 2. Juni 1985 September 1985
Im Handel Juni 1985 Dezember 1985 Dezember 1985 Juli 1986
Eingestellt April 1986 Januar 1987 1988 August 1989
Neupreis in Deutschland bei Erscheinen 2998 DM
(1532,85 €)
mit SM124 und SF354
1298 DM
(663,66 €)
Einzelgerät
2998 DM
(1532,85 €)
mit SM124 und SF354
1998 DM
(1021,56 €)
mit SM124 und SF354


Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari 520 ST Linke Seite Rechte Seite
Mainboard C070243 Rev. C
(260 ST / 520 ST)
Mainboard C070243 Rev. I
(520 STM)
Atari 130 ST

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STF und STFM: Alles unter einem Dach
Bereits 1985 dachte man daran, das bislang noch externe Diskettenlaufwerk sowie das Netzteil fest in den ST zu integrieren – so wurden im Juni 1985 der 260 STD und im September 1985 der 260 STFM vorgestellt – aber erst im April 1986 wurde der 1040 STF auf den Markt gebracht, der 1040 STFM folgte 1988. Die bis auf den Arbeitsspeicher (512 kB statt 1 MB) identischen Modelle 520 STF und 520 STFM sind hauptsächlich in den USA und auf den britischen Inseln zu finden. Grund hierfür war der ausgewachsene Computerspielemarkt in diesen beiden Ländern – die meisten Spiele brauchen nur maximal 512 kB Arbeitsspeicher und so waren diese Computer eine günstige Alternative. In den USA wurde der 520 STFM ab Juli 1987 anstelle des 520 STM angeboten. (West-)Deutschland war im Computerbereich zu der Zeit sogenanntes Anwenderland, hier wurde mehr Wert auf großen Arbeitsspeicher gelegt, um auch komplexere Anwendungen stabil laufen zu lassen. Daher waren zu dieser Zeit in Deutschland überwiegend die Rechner der Baureihe 1040 ST zu finden. Er löste schon kurz nach Erscheinen die kleineren ST-Computer sehr schnell aus den Büros, Schulen und Tonstudios ab, da er auf Grund der nun im Gehäuse integrierten Netzteile und Diskettenlaufwerke deutlich weniger Platzbedarf hat. Der 1040 ST ist der am häufigsten anzutreffende Atari-Computer überhaupt. Der Unterschied zwischen STF- und STFM-Modellen besteht schlicht im zusätzlichen RF-Modulator zum Anschluss des STs an den Fernseher in letzterem Modell. Der 1040 STF sowie die beiden 520 ST-Modelle wurden im August 1989 mit Vorstellung der STE-Serie eingestellt, der 1040 STFM im Dezember 1992, er wurde parallel zum 1040 STE zu einem deutlich günstigeren Preis verkauft.

Ab Werk verwendete Betriebssystem-Versionen:
TOS 1.00 (ROM-Datum 06.02.1986)
TOS 1.02 (ROM-Datum 22.04.1987)
TOS 1.04 (ROM-Datum 06.04.1989)

Modellübersicht
260 STD
260 STFM
520 STF
1040 STF
520 STFM
1040 STFM
2080 STF 4160 STF
Prozessor Motorola 68000 Motorola 68000 Motorola 68000 Motorola 68000 Motorola 68000
Taktfrequenz 8 MHz 8 MHz 8 MHz 8 MHz 8 MHz
Arbeitsspeicher (RAM) 256 kB 512 kB (520 STF)
1 MB (1040 STF)
512 kB (520 STFM)
1 MB (1040 STFM)
2 MB 4 MB
Festspeicher (ROM) 192 kB 192 kB 192 kB 192 kB 192 kB
Betriebssystem TOS 1.00 (RAM) TOS 1.00
TOS 1.02
TOS 1.02
TOS 1.04
TOS 1.02 TOS 1.02
Grafikchip Atari Shifter Atari Shifter
Blitter ab 1988 nachrüstbar
Atari Shifter
Blitter nachrüstbar
Atari Shifter Atari Shifter
Auflösungen (Farben) 320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
Farbpalette 512 512 512 512 512
Soundchip Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910
Soundkanäle 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator
Interne Laufwerke Diskette 3½"
360 kB
Diskette 3½"
720 kB
(520 STF bis 1988: 360 kB)
Diskette 3½"
720 kB
Diskette 3½"
720 kB
Diskette 3½"
720 kB
Tastatur Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten
Ankündigung Januar 1985 Januar 1986 Januar 1986
Vorstellung Juni 1985 (STD)
September 1985 (STFM)
März 1986
(1040 STF)
März 1986
(520 STFM)
Oktober 1986
Im Handel April 1986
(1040 STF)
Dez. 1986
(520 STFM)

Sept. 1988
(1040 STFM)
Eingestellt August 1989 Oktober 1991
(520 STFM)

Dezember 1992
(1040 STFM)
Neupreis in Deutschland bei Erscheinen 3298 DM
(1686,24 €)
1040STF mit SM124

Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari 1040 ST STF Rückseite STFM Rückseite Linke Seite
Maus- und Joystick- anschlüsse unter dem Nummernblock Ältere Baureihe bis 1988, in der Regel sind hier Diskettenlaufwerke vom Typ Chinon D-357 oder Chinon F-354 zu finden. Neuere Baureihe ab 1988, hier findet man die Laufwerke Sony MP-F11W, Mitsumi D357T oder Epson SMD-380, seltener auch Epson SMD-300
Mainboard C070523-001 Rev. D
(1040 STF)
Mainboard C070789
(1040 STFM)
Atari 260 STD
vorgestellt Juni 1985

Bild mit freundlicher Genehmigung von Peter Lüke
Atari 260 STFM
vorgestellt September 1985
Atari 2080 STF
angekündigt 1986
Computer des Jahres 1985 (Kategorie Personal Computer) und 1988 (Kategorie Home Computer)

Bild © Atari

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Mega ST: Der Profi
Der Mega ST (ursprüngliche Namen ST professional, STHD und ST 1) kam im Juli 1987 auf den Markt. Technisch hat sich gegenüber dem 1040 ST nur wenig getan, außer dass ein neuer Erweiterungs-Bus (der sogenannte MEGABUS), eine batteriegepufferte Echtzeit-Uhr und ein Blitter eingebaut wurde. Das Äußere wurde jedoch komplett überarbeitet: Das Desktopgehäuse ist nahezu quadratisch und dient auch als Monitorsockel, es gibt optisch angepasste Festplatten (SH 205, später auch die Megafile-Baureihe) dafür, die für den Mega ST vom deutschen Hersteller Cherry produzierte Tastatur war nun abgesetzt und in der Qualität spürbar verbessert. Das brachte dem ST den endgültigen Durchbruch u.a. im DTP (Desktop Publishing) Bereich. In den USA wurde der Mega ST4 zusammen mit dem Monochrom-Monitor SM 124 und dem Laserdrucker SLM 804 für $ 3.998 angeboten – ein IBM-Laserdrucker kostete alleine schon rund $ 5.000. Der Grafikcoprozessor Blitter war bei den allerersten Modellen mangels Lieferbarkeit noch nicht enthalten, konnte aber damals nach Erscheinen kostenlos nachgerüstet werden. Der Mega ST1 wurde nach der Vorstellung 1987 erst einmal zurückgestellt und erschien erst 1989 mit leichten Veränderungen (Arbeitsspeicher 8× 1 MBit-Chips statt 32× 256 kBit-Chips) als Mega 1. Anfangs geplante Erweiterungen wie eine Coprozessorkarte, eine Netzwerkkarte, einer internen Version des SLMC 804-Laserdrucker-Controllers oder ein MEGABUS-Erweiterungssystem wurden leider nicht realisiert. 1991 wurde er vom Mega STE abgelöst.

Ab Werk verwendete Betriebssystem-Versionen
TOS 1.02 (ROM-Datum 22.04.1987)
TOS 1.04 (ROM-Datum 06.04.1989)

Modellübersicht
Mega ST1
Mega 1
Mega ST2
Mega 2
Mega ST4
Mega 4
Prozessor Motorola 68000 Motorola 68000 Motorola 68000
Taktfrequenz 8 MHz 8 MHz 8 MHz
Arbeitsspeicher (RAM) 1 MB 2 MB 4 MB
Festspeicher (ROM) 192 kB 192 kB 192 kB
Betriebssystem TOS 1.02
TOS 1.04
TOS 1.02
TOS 1.04
TOS 1.02
TOS 1.04
Grafikchip Atari Shifter
Atari Blitter
Atari Shifter
Atari Blitter
Atari Shifter
Atari Blitter
Auflösungen (Farben) 320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
Farbpalette 512 512 512
Soundchip Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910
Soundkanäle 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator
Interne Laufwerke Diskette 3½"
720 kB
Diskette 3½"
720 kB
Diskette 3½"
720 kB
Tastatur extern – Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten extern – Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten extern – Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten
Ankündigung September 1986 September 1986 September 1986
Vorstellung Januar 1987 Januar 1987 Januar 1987
Im Handel 1989 Juli 1987 August 1987
Eingestellt Oktober 1991 Oktober 1991 Oktober 1991
Neupreis in Deutschland bei Erscheinen 2498 DM
(1277,21 €)
Grundgerät mit Tastatur
2998 DM
(1532,85 €)
Grundgerät mit Tastatur
3998 DM
(2044,14 €)
Grundgerät mit Tastatur


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Atari Mega ST, oben die neuere, unten die ältere Baureihe Anschlüsse auf der Rückseite Linke Seite Anschlüsse an der Tastatur
Mauskabelführung in der Tastatur – für dickere Mauskabel nicht ganz unproblematisch Mainboard C103277 Rev. 2-1 (Mega ST1) Mainboard C100501-001 Rev. 1.0 (Mega ST2) Mainboard C100167-001 Rev. B (Mega ST4)
Batteriefach (2 × AA) für den Puffer Erweiterungsmöglichkeit im Inneren: Der Mega-Bus Ein voller Mega ST 2 mit Crazy Dots-Grafikkarte samt zugehöriger 15-Bit-Erweiterung sowie einer Speichererweiterung auf 4 MB
Speichererweiterung auf 4 MB Grafikkarte „Crazy Dots“ mit 15-Bit-Farberweiterung Nachgerüstetes TOS 2.06

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Stacy – Der ST wird mobil
1989 wurde neben einigen anderen Neuheiten (STE, TT, Portfolio) auch der bereits seit 1987 in Entwicklung befindliche portable Computer Stacy (Typenbezeichnung LST) vorgestellt und nach der FCC-Freigabe im Dezember 1989 auf den Markt gebracht. Beliebt war die Stacy vor allem bei Musikern auf Bühnen und in Tonstudios, sie löste oft die bis dahin verwendeten Computer der 1040 ST-Serie ab. Technisch ist der Portable weitgehend identisch mit dem 1040 ST, mit einigen Bauteilen, die auch im TT Verwendung fanden (SCSI-Controller und -Festplatte). Die Grundausstattung ist bei allen Stacy-Modellen die selbe: hintergrundbeleuchtetes Epson LCD, TOS 1.04, das 3½"-Diskettenlaufwerk, Trackball und die vielen bekannten Anschlussmöglichkeiten vom ST. Frühe Stacys hatten auf der linken Seite einen zusätzlichen Deckel, hinter dem sich ursprünglich ein dem MEGA-BUS ähnlicher Erweiterungsbus befinden sollte, dieser wurde jedoch im Serienmodell nicht verwirklicht. Ein Akkufach ist zwar vorhanden, wurde aber nur ganz am Anfang mit Kontakten ausgestattet – Akkus hätten wegen dem hohen Stromverbrauch ohnehin kaum mehr als eine Viertelstunde durchgehalten. Dadurch, dass die Bauteile zum größten Teil identisch mit denen der Desktop-STs sind, ist dieser Portable recht schwer - ohne Akku bringt er ein Lebendgewicht von knapp sieben Kilo auf die Waage. Eingestellt wurde die Stacy Ende 1992.

Die Stacy gab es ab Werk in insgesamt zwölf verschiedenen Ausstattungsvarianten, diese erkennt man an den verschiedenen Modellnummern nach dem Schema LST-0004. Diese liest sich wie folgt: Die ersten drei Ziffern (die fett markierten Nullen) geben dabei die Werksausstattung an, die erste steht für den Arbeitsspeicher (1, 2 oder 4 MB), die zweite für die Anzahl der Diskettenlaufwerke (1 oder 2) und die dritte für das Vorhandensein und ggf. die Größe einer Festplatte (0 = keine Festplatte, 2 = 20 MB-Festplatte, 4 = 40 MB-Festplatte). Eine Stacy mit der Typennummer LST-4144 z. B. ist ausgestattet mit 4 MB Arbeitsspeicher, einem Diskettenlaufwerk und einer 40 MB-Festplatte, eine LST-1204 dagegen nur mit 1 MB RAM und zwei Diskettenlaufwerken, dafür ohne Festplatte. Am weitesten verbreitet sind Modelle mit einem Diskettenlaufwerk und einer Festplatte.

Ab Werk verwendete Betriebssystem-Versionen
ausschließlich TOS 1.04 (ROM-Datum 06.04.1989)

Modellübersicht
Stacy
(LST-1xx4)
Stacy2
(LST-2xx4)
Stacy4
(LST-4xx4)
Prozessor Motorola 68000 Motorola 68000 Motorola 68000
Taktfrequenz 8 MHz 8 MHz 8 MHz
Arbeitsspeicher (RAM) 1 MB 2 MB 4 MB
Festspeicher (ROM) 192 kB 192 kB 192 kB
Betriebssystem TOS 1.04 TOS 1.04 TOS 1.04
Grafikchip Atari Shifter
Atari Blitter
Atari Shifter
Atari Blitter
Atari Shifter
Atari Blitter
Auflösungen (Farben) 320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Display oder externer Monochrommonitor
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Display oder externer Monochrommonitor
320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Display oder externer Monochrommonitor
Farbpalette 512 512 512
Soundchip Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910 Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910
Soundkanäle 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator 3 PSG + Rauschgenerator
Interne Laufwerke mind. 1× Diskette 3½"
720 kB

optional: Festplatte 3½" SCSI 20 oder 40 MB oder 2. Diskettenlaufwerk
mind. 1× Diskette 3½"
720 kB

optional: Festplatte 3½" SCSI 20 oder 40 MB oder 2. Diskettenlaufwerk
mind. 1× Diskette 3½"
720 kB

optional: Festplatte 3½" SCSI 20 oder 40 MB oder 2. Diskettenlaufwerk
Tastatur Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten
Ankündigung Oktober 1988 Oktober 1988 Oktober 1988
Vorstellung März 1989 März 1989 März 1989
Im Handel Dezember 1989 Dezember 1989 Dezember 1989
Eingestellt Dezember 1992 Dezember 1992 Dezember 1992
Neupreis in Deutschland bei Erscheinen 3698 DM
(1890,76 €)
mit 1 Diskettenlaufwerk


6498 DM
(3322,37 €)
mit 40 MB Festplatte


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Stacy Stacy Stacy Stacy
Atari Stacy Rechte Seite mit Maus-/Joystickports, Umschalter und Diskettenlaufwerk Anschlüsse Linke Seite mit dem ROM-Port
stacy stacy stacy
Mainboard Daughterboard mit RAM und TOS-ROMs Trackball
stacy stacy stacy stacy
Displayeinheit: links das Display, rechts unten ein Lautsprecher, darüber die Einstellrädchen und oben eine Dokumentenklammer Einstellmöglichkeiten für Lautstärke, Helligkeit und Kontrast Geöffnete Displayeinheit Geöffnet
stacy stacy
TOS-ROMs an der Unterseite Typenschild

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Peripheriegeräte
Was ist ein Computer ohne die dazugehörige Peripherie? Genau, nutzlos. Für den ST gab es aus dem Hause Atari sogar eine ganze Palette an Peripheriegeräten:

Monochrome Monitore und ECL-Großbildschirme
Als herausragendes Beispiel mag hier der von Goldstar produzierte 12-Zoll-Monochrombildschirm SM 124 gelten, der mit einer Bildwiederholfrequenz von 70 Hz (im Gegensatz zu den damals üblichen 60 Hz) ein flimmerfreies und gestochen scharfes Bild bei einer Auflösung von 640 mal 400 Bildpunkten bot. Gebaut wurde der Monitor zwischen 1985 und 1991. Daneben gibt es noch die Modelle SM 125 (1987 bis 1988, Hersteller AOC; ebenfalls 12 Zoll, aber mit Standfuß und längst nicht so brillant wie der SM 124), SM 144 (1990 bis 1991, Hersteller Goldstar, 14 Zoll mit auf den Mega STE passenden Standfuß), SM 146 (1991 bis 1993; Hersteller AOC, 14 Zoll, mit Standfuß) und SM 147 (1992, 14-Zoll-Flatscreen, hergestellt von Quadrant (= Modell QC 1438) und nur in Nordamerika vertrieben). Die beiden 19-Zoll-Großbildschirme SM 194 und SM 195 (1989 bis 1991, hergestellt von Moniterm, Auflösung 1280 mal 960 Pixel) können nur am Mega ST/Mega STE mit einer speziellen Grafikkarte oder am TT verwendet werden, da nur diese das vom Monitor ausgehende ECL-Signal verarbeiten können. Geplant war auch eine andere Version des SM 144 mit integriertem Tragegriff im Gehäuse (vgl. den 1998 erschienenen Apple iMac G3).

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Atari SM 124
vorgestellt Januar 1985
Juni 1985 bis Oktober 1991
Atari SM 125
vorgestellt September 1986
1987 bis 1988
Atari SM 144
1990 bis 1991
Atari SM 146
1991 bis 1993
Atari SM 147
vorgestellt Januar 1992
1992 bis 1993
Vertrieb nur in Nordamerika
Atari SM 194
vorgestellt März 1989
1989 bis 1990

Farbmonitore
Eher für Spiele waren die RGB-Farbbildschirme gedacht, der ST konnte hier auch nur in niedriger (320×200) oder mittlerer (640×200) Auflösung darstellen. Den 12-Zoll-Monitor SC 1224 gibt es dabei gleich von drei Herstellern (Goldstar, JVC und Samsung), alle unterscheiden sich im Prinzip nur optisch. Dies liegt daran, dass der ursprünglich von Atari gewünschte und im Januar 1985 auch vorgestellte Monitor des Coleco ADAM bei Markteinführung des ST nicht mehr lieferbar war, da der Hersteller Konkurs anmelden musste. Erst im April 1986 war der GoldStar-SC 1224 lieferbar. Während man sich in Nordamerika zwischenzeitlich mit dem Modell von JVC (Bezeichnung SC1224 Version 2) behalf, wurde in Europa ein 14-Zoll-Bildschirm der Firma Thomson ins Angebot aufgenommen. Das Samsung-Modell (in der FCC-ID als SC1225 bezeichnet) kam dann 1987 in den Handel. Ab 1990 gab es dann auch die größeren 14-Zoll-Modelle SC 1425 (1990 bis 1991, technisch baugleich mit dem Commodore 1081) und SC 1435 (1991 bis 1993, technisch baugleich mit dem Philips CM8833-II sowie dem Commodore 1084S). Ein Sonderfall ist der nur in Nordamerika vertriebene PS 3000 von 1985/86, bei dem sich unterhalb des 12-Zoll-Bildschirms noch ein einseitiges Diskettenlaufwerk (identisch mit dem SF 354) im Sockel befindet. Es sollen nur etwa 1000 Stück produziert worden sein.

SC1224 SC1425 SC1435 PS3000
Bildschirmtyp Kathodenstrahl- Bildröhre, nicht entspiegelt, Beschichtung papierweiß Kathodenstrahl- Bildröhre, nicht entspiegelt, Beschichtung papierweiß Kathodenstrahl- Bildröhre, nicht entspiegelt, Beschichtung papierweiß Kathodenstrahl- Bildröhre, nicht entspiegelt, Beschichtung papierweiß
Bildschirmdiagonale 12″
(30,48 cm)
14″
(35,56 cm)
14″
(35,56 cm)
12″
(30,48 cm)
Ablenkungswinkel 90° 90° 90° 90°
Auflösungen 320×200, 16 Farben
640×200, 4 Farben
320×200, 16 Farben
640×200, 4 Farben
320×200, 16 Farben
640×200, 4 Farben
320×200, 16 Farben
640×200, 4 Farben
Leistungsaufnahme 75 W 75 W
Signal RGB analog RGB analog RGB analog RGB analog
Zeilenfrequenz 15,75 kHz 15,75 kHz 15,75 kHz 15,75 kHz
Bildwiederholfrequenz 50 Hz (PAL)
60 Hz (NTSC)
50 Hz (PAL)
60 Hz (NTSC)
50 Hz (PAL)
60 Hz (NTSC)
60 Hz
Schlitzmaske 0,42 mm 0,42 mm 0,42 mm 0,42 mm
Audioausgabe Mono Mono Stereo (nur STE/Falcon, sonst Mono) Mono
Geräteseitige Anschlüsse Signaleingang:
DIN-13 (Samsung, JVC) bzw. fest verdrahtetes Kabel mit DIN-13 Stecker (GoldStar)
Signaleingang:
DIN-13, SCART

Audioausgang:
Klinke 3,5 mm
Signaleingang:
DB-9

Audioausgang:
Klinke 3,5 mm
Signaleingang:
DIN-13

Diskettenlaufwerk:
DIN-14
Abmessungen 306×325×281 mm 352×326×376 mm
Gewicht 11 kg 11 kg
Hersteller GoldStar (Tochter der Lucky GoldStar, heute LG)

Victor Company of Japan (JVC)

Samsung
Philips Philips Victor Company of Japan (JVC)
Vorstellung Januar 1985
Im Handel Juni 1985 (JVC)
April 1986 (GoldStar)
1987 (Samsung)
1990 1991 Juni 1985
Eingestellt Oktober 1991 (GoldStar) 1991 1993 April 1986
Preis bei Erscheinen 1298 DM
(663,66 €)
Geräte in der Sammlung GoldStar: 1
N19B4078992

JVC: –

Samsung: –
Besonderheiten Vertrieb der JVC- und Samsung-Modelle nur in Nordamerika

Bilder der weiteren Modelle:

Samsung:


JVC:
Schwenkfuß abnehmbar

Taste für Grünmodus
Eingebautes Diskettenlaufwerk (3½″ 360 kB)

Vertrieb nur in Nordamerika

Massenspeicher
Als der ST 1985 erschien, gab es zunächst nur das 3½"-Diskettenlaufwerk SF 354 (einseitig, 360 kB, 135 tpi), im Dezember 1985 erschien das Modell SF 314 (doppelseitig, 720 kB, 135 tpi). Geplant war zudem noch ein Modell SF 324 (einseitig, einfache Dichte, 180 kB).

Über Festplatten machte man sich schon seit Start der ST-Entwicklung Gedanken, bereits im April 1985 wurde ein 10-Megabyte-Modell angekündigt, im Dezember umfasste die geplante Produktpalette drei Festplatten mit den Größen 10, 20 und 30 Megabyte. Im Sommer 1986 erschien mit der SH 204 (im Entwicklungsstadium noch SH 324) dann die erste Festplatte für den ST, noch im rechteckigen Metallgehäuse und mit einer Kapazität von 20 MB. Das 10-MB-Modell (SH 104, SH 317) wurde wieder verworfen, das 30-MB-Modell aufgeschoben. Mit Erscheinen des Mega ST im Jahr 1987 wurden auch optisch angepasste Festplatten angeboten, zunächst die 20-MB-Variante SH 205, die im Januar 1989 in Megafile 20 umbenannt wurde, später erschienen auch die Modelle Megafile 30 und Megafile 60 (Januar 1989).

Desweiteren gab es ein Wechselplattenlaufwerk vom Typ Megafile 44 (August 1989, während der Entwicklung noch SR 144 und SR 444), welches mit 44-MB-Syquest-Medien gefüttert wurde und das CD-ROM-Laufwerk CDAR 504 (vorgestellt im März 1988 und ab Juni 1988 im Handel, hieß in der Entwicklung noch CDAR 500 und OPTOFILE), welches auch als eigenständiges Audio-CD-Abspielgerät dienen kann – es hat dafür sogar eine kleine abnehmbare IR-Fernbedienung. Ein ebenfalls lange angekündigtes Bandlaufwerk, die Festplatten Megafile 40 (vorgestellt 1988) und AtariFile 200 (angekündigt März 1991) sowie ein 10-MB-Diskettenlaufwerk wurden nicht verwirklicht.

Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari SF 314 (links neuere Baureihe, rechts alte Baureihe von 1985)
vorgestellt Juni 1985
Dezember 1985 bis Oktober 1991
Atari SF 354 (links neuere Baureihe, rechts alte Baureihe von 1985)
vorgestellt Januar 1985
Juni 1985 bis August 1989
Atari SF 324
vorgestellt April 1985
Atari SH 204
August 1986 bis Oktober 1987
Atari SH 205 / Megafile
Oktober 1987 bis Oktober 1991
Atari Megafile 44
August 1989 bis Oktober 1991
Atari CDAR 504
ab Juni 1988

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
Fernbedienung

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
Rückseite


Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
Innenleben


Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
geöffnet


Bild: Matthias Wittland
Atari Bandlaufwerk (Modellbezeichnung unbekannt)

Bild: backntime.net


Drucker
Im Mai 1986 erschien mit dem SMM 804 der erste Drucker für den ST unter dem Atari-Logo. Hergestellt wurde der Nadeldrucker nur bis 1987, er ist baugleich mit dem XMM 801 aus der XE-Serie. Weitere Nadeldrucker mit den Modellbezeichnungen SMM 810 (Star LC-10) und SMM 824 (24-Nadel) waren später zwar geplant, wurden aber wieder verworfen. Mit dem Mega ST erschien 1987 auch der von Canon produzierte Laserdrucker SLM 804, der über den Controller SLMC 804 am DMA-Port angeschlossen werden konnte. Der Laserdrucker verfügt über keinen eigenen Arbeitsspeicher (nach diesem Prinzip werden Laserdrucker bis heute hergestellt), was die Produktion des Druckers äußerst günstig machte. Zusammen mit dem Mega ST und einem Bildschirm wurde der Drucker so als DTP-Set angeboten. 1991 wurde er durch den von der Tokyo Electric Company hergestellten SLM 605 abgelöst, der zwar etwas langsamer war, dafür aber auch deutlich kompakter. 1992 wurde noch der SLM 406 vorgestellt, der ohne externen Controller auskommen und stattdessen direkt an die SCSI-Schnittstelle des TT angeschlossen werden sollte, er wurde allerdings noch vor Markteinführung wieder verworfen. Geplant waren auch noch zwei Farb-Thermodrucker (STC 204, 1985 und STC 504, vorgestellt im April 1986), sowie ein Typenraddrucker vom Typ SDM 124 (1985, baugleich mit dem XE-Drucker XDM 121, der allerdings erschienen ist).

Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari SMM 804
vorgestellt Oktober 1985
Mai 1986 bis 1987
Atari SLM 804
vorgestellt Januar 1987
Oktober 1987 bis Oktober 1991
Atari SLM 605
vorgestellt 1990
Oktober 1991 bis November 1993
Atari STC 504
vorgestellt April 1986

Bild © atarimuseum.com
Atari SLMC 804
vorgestellt Januar 1987
Oktober 1987 bis November 1993


Sonstiges
Unverzichtbar war natürlich bei einer grafischen Oberfläche eine Maus – von Atari gab es dafür die STM 1, wobei es schon bald darauf bessere Mäuse von Drittanbietern gab. Nicht zu vergessen natürlich die externe Tastatur des Mega ST. Und zur Verbindung mit der Außenwelt diente das 1987 erschienene 1200-baud-Modem SX 212 – leider wurde dieses nur in Nordamerika vertrieben.
Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari STM1
vorgestellt Januar 1985
Juni 1985 bis 1994
Atari Mega ST Tastatur
vorgestellt Januar 1987
Juli 1987 bis Oktober 1991
Atari SX 212
September 1987 bis 1989

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Letzte Bearbeitung: 1. Juni 2018