Werk XLI: Das Fort Friedrichsau


Das Reduit aus 15 m Höhe gesehen. Unten sieht man die Abortkasematte, links in der Mitte die Kehlcaponniere, davor die Holzbrücke.
Im Hintergrund ist die linke Hohltraverse erkennbar, am rechten Bildrand die Capitaltraverse.

Lage und heutige Nutzung
Das Fort liegt abseits der Straßen mitten im Park Friedrichsau gegenüber dem Donaustadion, etwa 100 Meter von der Donau entfernt. In der Kehlcaponniere trifft sich regelmäßig eine Gruppe, die sich um den Erhalt des Forts kümmert, außerdem finden immer wieder Veranstaltungen wie das „Naturtheater in der Au“ statt. Das Gelände des Forts ist daueroffen.

Festungsteile in der Umgebung
Werke der Bundesfestung

Werk XL Fort Safranberg (1,1 km nördlich)
Werk XXIII Contregarde (700 m südwestlich)
Werk 10 Vorwerk Offenhausen (500 m östlich; nicht gebaut)

Infrastrukturgebäude
⇒ Zivilarresthaus (350 m westlich)

Aufbau und Baugeschichte des Werks
Das Fort Friedrichsau wurde zwischen 1852 und 1854 unter dem königlich württembergischen Oberleutnant Blumhardt errichtet und konnte bis zu 113 Mann aufnehmen. Ursprünglich sollte das Werk aus fünf gleich langen Seiten (zwei Fronten, zwei Flanken und die Kehle) bestehen. Da die Bundesversammlung aber drei der sechs Neu-Ulmer Vorwerke streichen ließ und somit das Vorwerk Offenhausen wegfiel, mussten die Pläne geändert werden. So besteht das Werk aus einem Reduit in der Mitte der Kehle, einer Kehlmauer und einer vierseitigen Wallanlage mit nassem Graben. An den Schulterpunkten wurden Flankierungstürme errichtet, die durch Poternen vom Werksinneren zugänglich waren. In der Kehle befand sich vor dem Reduit eine kleine Caponniere. Bei der Modernisierung der Werke erhielt der Wall 1880 zwei Hohltraversen an den Schultern und eine Capitaltraverse im Saillant, die Grabenbrücke wurde durch einen Erddamm ersetzt. 1914 erhielt das als Treibstofflager vorgesehene Reduit einen ein Meter dicken Betonpanzer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Graben mit Trümmerschutt gefüllt. In den 1960ern wurde der rechte Flankenturm abgetragen.

Nutzungsgeschichte
Das Reduit diente im Ersten Weltkrieg als Treibstofflager, im Zweiten dann als Luftschutzraum, danach als Lager für u.a. Kartoffeln. An der rechten Schulter wurde in den 1960ern ein Bärengehege angelegt, wofür der rechte Flankenturm abgebrochen wurde. Die Bären lebten neben dem Gehege in der rechten Hohltraverse. 1975 war das Fort im ARD-„Tatort“ zu sehen (Folge „Schöne Belinda“). 2003 wurden die Bären in den Tierpark umgesiedelt, seitdem wird das Fort instand gesetzt.

Weitere Bilder

Capitaltraverse Kehlseite Linker Frontgraben
Reduit Eingang zur Abortkasematte Im Reduit
Reduit-Innenhof Linke Hohltraverse und Poterne Im linken Flankenturm
Im linken Frontgraben Im linken Frontgraben Linker Flankenturm
Linke Poterne Flankenturm-Zugang

Letzte Bearbeitung: 22. April 2014