Werke XIII – XVII
Wilhelmsfeste
| StartseiteWerk XVIII Courtine zum Gaisenberg


Modell der Wilhelmsfeste, Ausbaustand um 1860
Ganz links im Bild die Courtine XI, daneben die Wilhelmsburg, links unten das Kriegspulvermagazin der Courtine XVIII.
Vom hinteren Eck der Wilhelmsburg führt die Courtine XIII zum linken Stützpunkt XIV (ganz oben im Bild), von dort die Courtine XV hinüber
zum rechten Stützpunkt XVI (ganz rechts im Bild) und von dort die Courtine XVII wieder zur Wilhelmsburg zurück.

Lage und heutige Nutzung
Das riesige Areal liegt auf der Kuppe des Michelsbergs. Erreichbar ist die Wilhelmsfeste im ÖPNV mit den Linien 7 und 46 (Haltestelle Wilhelmsburgkaserne), allerdings ist das Betreten der Anlage nicht möglich, da sich dort der militärische Sicherheitsbereich der Bundeswehr befindet. Seit 1956 ist die Feste ein Teil der Wilhelmsburgkaserne, seit 2005 Heimat eines der höchsten Kommandos der Bundesrepublik, dem Kommando Operative Führung Eingreifkräfte (abgekürzt KdoOpFüEingrKr), einem Feldjägerbataillon sowie des Heeresmusikkorps 10. Jedoch ist es möglich, auf einem Schotterweg um die gesamte Wilhelmsburgkaserne herumzulaufen.

Festungsteile in der Umgebung:

Werke der Bundesfestung:
• Werk XII Wilhelmsburg (südlich direkt anschließend)
Werk XXXIV Fort Unterer Eselsberg (1 km südwestlich)
Werk XXXV Nebenwerk Oberer Eselsberg (2 km nordwestlich)
Werk XXXVI Hauptwerk Oberer Eselsberg (2,1 km nordwestlich)
Werk XXXVI Lehrer Turm (200 m nördlich)
Werk XXXVII Fort Prittwitz (500 m nördlich)
Werk XXXVIII Örlinger Turm (630 m östlich)
Werk XXXIX Fort Albeck (1,2 km östlich)

Armierungsbauwerke 1914:
• Munitionsraum 6 (1 km westlich)
• Pumpstation Buchbrunnen (900 m nordöstlich)
• Pumpstation Lehrer Tal (600 m westlich)

Aufbau und Baugeschichte des Werks
Das größte Werk, bestehend aus fünf einzelnen Werksteilen, wurde zwischen 1842 und 1857 auf dem Michelsberg vor der Wilhelmsburg unter den Württembergern Hauptmann von Finsterlin, Oberleutnant Berger, Oberleutnant von Gaisberg und Oberleutnant Arlt errichtet. Die fünf Werke sind im einzelnen:
Die Wallanlagen wurden bei der Modernisierung der Festung um 1880 radikal umgebaut, so erhielt der Wall von Werk XV drei riesige gewinkelte Erdtraversen und fünf Hohltraversen, der von Werk XIV eine, der von Werk XVI zwei gewinkelte Erdtraversen. Die Halbcaponniere XIV sowie die Hauptgrabencaponniere XV wurden um ein Stockwerk erniedrigt Die Kriegspulvermagazine wurden ummantelt. Im Lauf der Zeit kamen mehr und mehr Kasernengebäude und Schuppen hinzu. Nach der Vereinigung der Wilhelmsburg- mit der nördlich gelegenen Flandernkaserne 1967 wurde der Standort weiter ausgebaut, dabei wurden alle Wälle zum Teil geschmälert und die rechte Kehlmauer von Werk XIV durchtrennt. Insgesamt jedoch ist die Feste nahezu vollständig erhalten. 1970 wurde der im zweiten Weltkrieg zerstörte Flankenturm XVI vollständig wieder aufgebaut und die Escarpen mit neuen Dächern versehen.

Nutzungsgeschichte
Die Wilhelmsfeste wurde ebenso wie die angrenzende Wilhelmsburg wurde im Lauf der Zeit von vielen Truppen genutzt. So zogen bei Fertigstellung die österreichische Festungsartillerie und das 6. Württembergische Infanterieregiment dort ein. 1866 zogen die Österreicher nach der Auflösung des Deutschen Bundes aus. 1871 zog das Württembergische Grenadierregiment „König Karl“ Nr. 123 dort ein, welches 1898 vom 2. Württembergischen Infanterieregiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 120 und dem 9. Württembergischen Infanterieregiment Nr. 127 abgelöst wurde. Nach dem 1. Weltkrieg zogen die 10., 11. und 12. Kompanie des III. Jägerbataillons des Infanterieregiments Nr. 13 der Reichswehr dort ein, 1935 das I. und II. Bataillon und die 13. Kompanie des Infanterieregiments Nr. 56 der Wehrmacht. Es gibt Hinweise auf die Pionier-Ersatzkompanie Nr. 35 im Jahr 1939, das Infanterie-Ersatzbataillon Nr. 56 (1940 und 1941), das Bau-Ersatzbataillon Nr. 15 (1941) und das Grenadier-Ersatzbataillon Nr. 460 (1942). Nach dem 2. Weltkrieg zog erst einmal die U.S. Army in die Feste ein, 1956 die Bundeswehr mit dem II. Korps und den Feldjägern, 1960 kam das Heeresmusikkorps 10 dazu. 1967 wurden Wilhelmsburgkaserne und Flandern zur heutigen Wilhelmsburgkaserne vereinigt. 2005 wurde das II. Korps, das schon seit 1993 ein deutsch-amerikanisches Korps war, vom Kommando Operative Führung Eingreifkräfte (KdoOpFüEingrKr) abgelöst, dessen Auflösung von der Strukturkommission unter Frank-Jürgen Weise 2010 gefordert wurde.

Weitere Bilder

Gang zu den Minenstollen der Wilhelmsburg unter Courtine XIII


Reduit des Stützpunkts XIV hinter den Bäumen des Glacis


Flankenturm des Stützpunkts XVI


Blick in den rechten Frontgraben des Stützpunkts XVI


Reduit von Werk XVI


Kehlmauer des Werks XVI, im Hintergrund der Flankenturm


Reduit von Werk XVI, vom Innenhof des Werks aus gesehen



Courtine XVII, im Hintergrund der rechte Flankenturm der Wilhelmsburg