Nach der ersten Modernisierungswelle zwischen 1877 und 1887 folgte Anfang des 20. Jahrhunderts ein weiterer Ausbau des Festungsrings. Währenddessen wurde die Stadtumwallung auf
beiden Seiten vom Deutschen Reich an die Städte Ulm und Neu-Ulm verkauft und zum Teil mit dem Abbruch dieser begonnen. Neben dem Neubau der zehn Betonwerke wurden an den Forts
Nebenwerk Oberer Eselsberg, Hauptwerk Oberer Eselsberg, Oberer Kuhberg und Unterer Kuhberg zahlreiche
Umbauten vorgenommen. So erhielt das Fort Oberer Kuhberg einen Monierbeobachtungsstand vor dem Saillant und die mittlere Hohltraverse wurde stark umgebaut, im Fort Unterer Kuhberg wurden zusätzliche
Kasernengebäude gebaut sowie das Reduit aufgestockt, und die Eselsbergforts wurden zu Infanteriewerken umgebaut. Einige dieser Werke wurden 1914 in die Armierungsstellung mit einbezogen, dies waren
der Infanteriestützpunkt Lehr als Nr. 26, Spitzäcker als Nr. 22, Jungingen-West als Artillerieraum 9, Jungingen-Ost als Munitionsraum 3, Böfingen als Munitionsraum 1, Weinberge als Nr. 32 und
Kapellenberg als Nr. 70. Von den Friedensbauwerken ist heute nur noch der Infanteriestützpunkt Gleißelstetten erhalten, die übrigen wurden im Lauf der Jahre abgebrochen bzw. im Fall
Kapellenberg verschüttet. Böfingen, Haslach, Spitzäcker, Lehr, Jungingen-Mitte, Jungingen-Ost und Weinberge wurden von den amerikanischen Truppen 1945/46 gesprengt, Jungingen-West wurde
stückweise zwischen 2006 und 2009 trotz Protesten des Förderkreises Bundesfestung Ulm abgebrochen, dort steht heute ein Schießzentrum. Kapellenberg wurde, ohne einen Steigschacht anzulegen
oder ihn anderweitig zugänglich zu machen, Anfang der 1990er für den Wohnungsbau verschüttet.


| Bezeichnung | Lage | zerstört | Zustand heute | heutige Nutzung des Geländes |
|---|---|---|---|---|
| Infanteriestützpunkt Böfingen 1914: Munitionsraum 1 |
Alfred-Delp-Weg, Böfingen | 1945/46 | Trümmer verschüttet und überbaut | Schulgebäude |
| Infanteriestützpunkt Gleißelstetten 1933–35: Außenlager des Schutzhaftlagers Oberer Kuhberg |
zwischen den Straßen Gleißelstetten und Hasensteige, Söflingen | — | beinahe vollständig erhalten | Denkmal (DZOK), Privatgarten |
| Infanteriestützpunkt Haslach | Ecke Eberhard-Finckh-Straße / Heidenheimer Straße, Böfingen | 1945/46 | Trümmer verschüttet | Fa. Ebner & Spiegel |
| Infanteriestützpunkt Jungingen-Mitte 1914: Sitz der Abschnitts- und Artilleriekommandeure |
Ecke Franzenhauser Weg / Albstraße, Gewerbegebiet Jungingen | 1945/46 | vollständig zerstört | Fa. Inotec |
| Infanteriestützpunkt Jungingen-Ost 1914: Munitionsraum 3 |
östlich des Gewerbegebiets Jungingen auf Höhe Franzenhauser Weg | 1945/46 | Erdformen erhalten | — |
| Infanteriestützpunkt Jungingen-West 1914: Artillerieraum 9 |
Albstraße 78, Gewerbegebiet Jungingen | 2006–09 | vollständig zerstört | Fa. Müller: MSZU |
| Infanteriestützpunkt Kapellenberg 1914: Stützpunkt 70 |
südlicher Narzissenweg, Pfuhl | — | unterirdisch erhalten, aber unzugänglich | Wohngebiet |
| Infanteriestützpunkt Lehr 1914: Stützpunkt 26 |
zwischen Tobelstraße und Mähringer Straße, westlich von Lehr | 1945/46 | Erdformen teilweise erhalten | — |
| Infanteriestützpunkt Spitzäcker 1914: Stützpunkt 22 |
Lerchenfelder Straße, nördlich von Lehr | 1945/46 | Trümmer verschüttet | Sportplatz SC Lehr |
| Infanteriestützpunkt Weinberge 1914: Stützpunkt 32 |
zwischen Heilmeyersteige und Schmaler Weg in Eselsberg | 1945/46 | unterirdische Trümmerreste erhalten | Wohngebiet |
| Pumpstation Lehrer Tal | westlich des Lehrer-Tal-Weg auf Höhe der Hindenburgkaserne, Eselsberg | ? | wahrscheinlich zerstört | Kleingärten |