Lage und heutige Nutzung
Das Fort liegt auf dem Eselsberg an der Staudingerstraße östlich des Bundeswehrkrankenhauses. Das ehemalige Werksinnere ist heute das Gelände des Versorgungszentrums der Universität Ulm, die Gräben samt
Contrescarpen und Caponnieren sind offen zur Besichtigung, allerdings sind an etliche Teilen, insbesondere an den Kehlmauern und Caponnieren lose Mauerstücke zu sehen – hier gilt Betreten auf eigene Gefahr.
Verkehrsanbindung
Mit dem Bus:
• Linie 3 Wiblingen Alte Siedlung – Science Park II, Haltestelle Kliniken Wissenschaftsstadt
• Linie 5 Ludwigsfeld Hasenweg – Universität Süd, Haltestelle Kliniken Wissenschaftsstadt
• Linie 45 Jungingen – Universität Süd, Haltestelle Kliniken Wissenschaftsstadt
Von der Haltestelle aus in Richtung Osten an Parkhaus und Banken vorbeilaufen und in die Staudingerstraße einbiegen. An der nächsten Möglichkeit nach rechts abbiegen, dann gelangt man in den Graben und auf den
übrigen Wall des Werks.
Mit dem Auto gelangt man am Besten über die B 10, Abfahrt Universität / Kliniken und dann über Berliner Ring und Albert-Einstein-Allee zum Werk.
Festungsteile in der Umgebung
Werke der Bundesfestung
• Werk XXXV Nebenwerk Oberer Eselsberg (650 m südwestlich)
• Werk XXXVII Fort Prittwitz (2,2 km südöstlich)
Friedensbauwerke 1901-10
• Infanteriestützpunkt Lehr (1,1 km nordöstlich)
• Infanteriestützpunkt Spitzäcker (1,9 km nordöstlich)
Armierungsbauwerke (nicht alle gebaut)
• Artillerieraum 13 (550 m östlich)
• Munitionsraum 4 (1,5 km östlich)
• Munitionsraum 5 (1,1 km östlich)
• Schützengraben 23 (1,6 km nordöstlich)
• Schützengraben 24 (1,5 km nordöstlich)
• Schützengraben 25 (1,3 km nordöstlich)
• Schützengraben 27 (800 m nordöstlich)
• Schützengraben 28 (440 m nordöstlich)
• Stützpunkt 22 (1,9 km nordöstlich)
• Stützpunkt 26 (1,1 km nordöstlich)
• Stützpunkt 30 (650 m südwestlich)
Aufbau und Baugeschichte des Werks
Erbaut wurde das Fort von 1881 bis 1887 in der Bauweise eines Biehlerforts bzw. Deutschen Einheitsforts nach den Plänen von Hauptmann Daitmeier unter den Oberstleutnants Küster und Lehmann. Das Werk konnte mit bis zu 750 Mann
belegt werden. Es bestand aus einer rundumlaufenden Wallanlage mit einem trockenen und oben traversierten Graben samt Contrescarpe. In der Contrescarpe befanden sich mehrere Pulvermagazine. An den beiden Schultern und im Saillant
saßen jeweils Caponnieren, Kasemattbauten waren unter dem Kehlwall und unter dem Frontwall eingebaut. Bei der zweiten Modernisierungswelle der Bundesfestung wurden hier 1903/04 Betonverstärkungen der wichtigsten Räume
vorgenommen. Danach war das Fort ein reines Infanteriewerk. 1914 wurde es in die vorgeschobene Hauptkampfstellung als Stützpunkt 29 mit einbezogen und dabei die Caponnierendächer mit Beton verstärkt.
Nutzungsgeschichte
Von der Fertigstellung im Jahr 1887 bis zum Verlust des Ersten Weltkriegs war es von der württembergischen Armee belegt, von 1920 an dann von der Reichswehr, anschließend von der Wehrmacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden
Notunterkünfte dort eingerichtet. In den 1960er Jahren diente es als Munitionsdepot der US Army und als Lager eines nahen Industriebetriebes. 1971 wurde trotz vielfacher Proteste mit dem Abbruch des Werks begonnen, um das
Versorgungszentrum der Universität Ulm darauf zu errichten.