Let's play! Die Atari Spielkonsolen 

1975 erschien die erste Spielkonsole von Atari, basierend auf dem ersten Atari Arcade „Pong“. Dieses „Home-Pong“ wurde in Nordamerika ein Riesenerfolg, an dem die Kaufhauskette Sears großen Anteil hatte. Schließlich hat sie die Exklusivrechte zum Erstverkauf des Home-Pong unter dem Namen „Tele-Games“ bekommen. Die Zusammenarbeit mit Sears hielt bis zum Videospielcrash in Nordamerika 1983 an. Von Pong wurden noch mehrere Versionen herausgebracht. Später kamen dann auch andere Spiele wie „Video Pinball“ oder „Stunt Cycle“ dazu. Der erste Handheld „Touch Me“ kam 1978 heraus, von „Space Invaders“ und „Breakout“ existieren nur Prototypen. 1981 wurden die holografische Spielkonsolen „Cosmos“ und „Spector“ vorgestellt, jedoch nie auf den Markt gebracht. Diese erste Konsolengeneration wurde 1981 eingestellt.

Bereits seit 1975 wurde an einer Konsole mit austauschbaren Spielen gearbeitet. Fairchild Semiconductor kam Atari jedoch zuvor und brachte 1976 das „Channel F“ auf den Markt. Im Oktober 1977 tauchte die im Januar 1977 vorgestellte Konsole „Video Computer System“ zum ersten Mal im Handel auf. Das VCS war zu Beginn nicht der große Renner, es gab gerade einmal neun Spiele dafür. Zu Weihnachten 1978 kaufte Atari dann eine Lizenz von Taito America und legte dem VCS das Modul „Space Invaders“ bei. Damit schaffte Atari den Durchbruch auf dem Konsolenmarkt. Der Siegeszug des VCS war durch nichts aufzuhalten, auch nicht von den Nachfolgern aus dem eigenen Hause.

1982 kam einer dieser Nachfolger unter dem Namen „5200 SuperSystem“ heraus - leider völlig inkompatibel zum VCS. Bei Markteinführung des 5200 wurde der Name des VCS offiziell in 2600 geändert. Ein Jahr später gab es in Japan die Einführung des durch die japanische Konkurrenz von Nintendo ebenfalls wenig erfolgreichen Atari 2800, der in den USA als „Sears Video Arcade II“ erschien. 1983 war die Entwicklung des sogenannten „ProSystems“ vollzogen. Aber Atari war pleite, machte 1983 $ 536 Mio. Verlust. Trotzdem gab es im Mai 1984 erste Testverkäufe des Systems. Ex-Commodore-Chef Jack Tramiel kaufte im Juli 1984 Atari und stoppte alle laufenden Serien und Entwicklungen, von den Spielkonsolen wurden lediglich die groß:e schwarze Version des 2600 weiter verkauft. Erst 1986 wurde die Konsole 7800 wieder ausgeliefert, sie wurde zusammen mit dem 2600 jr. bis Ende 1991 produziert. Ein ungelöstes Rätsel ist die Konsole „Mirai“, die gegen Ende der 1980er Jahre entwickelt wurde, aber nie auf den Markt kam. Bis heute ist unklar, was es mit dieser Konsole auf sich hat.

Die nächsten Produkte von Atari waren der Handheld „Lynx“ und die Konsolen „Panther“ (unveröffentlicht) und „Jaguar“. Leider war beiden veröffentlichten Systemen kein großer Erfolg beschert - die Verkaufszahlen des Jaguars liegen bei nur etwa 225.000 Stück in zwei Jahren, so ein Bericht von Atari im Dezember 1995. Zu erklären ist dies mit dem schlechten Marketing seitens Atari - es wurde einfach zu wenig bis gar keine oder falsche Werbung gemacht. Als der Jaguar erschien, gab es nur ein Spiel. Der Lynx war teuer, hatte einen horrenden Batterieverbrauch und die Spiele waren eher unbekannt, im Gegensatz zum Game Boy, dem erfolgreichsten Handheld dieser Zeit. Später wurden Pläne bekannt, nach denen der Jaguar zwei Nachfolger bekommen sollte: Den „Jaguar Duo“, der einfach eine Jaguar-Konsole mit eingebautem CD-Laufwerk ist, und den „Jaguar 2“, die erste echte 64-Bit-Konsole. Die Pläne für die Produkte wurden gestoppt, nachdem im Sommer 1995 die gesamte Entwicklermannschaft entlassen wurde. 1994 wurde der Lynx aus dem Programm geworfen und ab Sommer 1995 keine neuen Aufträge für den Jaguar mehr an IBM geschickt. Der technische Support wurde noch bis 1998 aufrechterhalten, danach wurden die kompletten Rechte freigegeben, das heißt, der Jaguar ist heute eine Public-Domain-Plattform.

Am Rande sei noch die „Flashback“-Serie erwähnt, da diese Retrokonsolen auf den klassischen Spielkonsolen von Atari basieren: Im November 2004 brachte Atari (vormals Infogrames) das Plug'n'Play-System „Flashback“ unter die Leute, mit 20 fest eingebauten Spielen. Im August 2005 folgte „Flashback2“, diesmal mit 40 Spielen und der Möglichkeit einen Modulport selbst nachzurüsten. Ab 2006 befanden sich „Flashback3“ (im Atari 5200-Look) und „Flashback 2 Portable“ in Entwicklung, wurden aber nicht veröffentlicht. Flashback 2 wurde im Februar 2010 leicht überarbeitet und unter dem Namen „Flashback2+“ auf den Markt gebracht. Die Flashback-Serie wurde vom neuen Hersteller AtGames fortgesetzt mit den Modellen Flashback 3 (2011) und Flashback 4 (13.11.2012). Diese Serie wird aber auf den Seiten des Atarimuseums nur stichpunktartig behandelt. 2017 wurden mit der AtariBox und dem Atari Retro Handheld neue Spielkonsolen angekündigt. Was daraus wird, wird die Zukunft zeigen.
Letzte Bearbeitung: 6. September 2017